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Aktuelles aus der Branche

Geschlossene Fonds: Das Geschäft hebt ab

Geschlossene Fonds erfreuen sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. Allerdings sollten Anleger einige Punkte beachten, bevor sie sich beteiligen.

Was verbindet die deutsche Dr. Peters Gruppe mit Singapore Airlines? Ganz einfach: das größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus 380. Insgesamt 19 Exemplare des Airbus 380 hat die asiatische Fluggesellschaft bestellt, vier werden über geschlossene Fonds der Dr. Peters Gruppe mit finanziert - immerhin mehr als 890 Millionen US-Dollar.

Das Geschäft mit Flugzeugbeteiligungen wächst. Auch Schiffe, Immobilien, Windkraftanlagen und Wälder werden häufig über geschlossene Fonds finanziert. Im vergangenen Jahr brachten geschlossene Fonds rund 12,7 Milliarden Euro Eigenkapital zusammen, 8,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ergab die Gesamtmarktstudie Beteiligungsmodelle, die die Ratingagentur Feri gemeinsam mit dem unabhängigen Fondsanalysten Stefan Loipfinger erstellt hat.

„Wir beobachten derzeit eine stärkere Nachfrage nach geschlossenen Fonds“, bestätigt Rolf Klein, Geschäftsführer der Delta Vermögensmanagement GmbH aus Krefeld. Der Finanzexperte führt das vor allem auf die Lage an den Aktienmärkten zurück: Nach den Börsenturbulenzen der vergangenen Monate suchen viele Anleger nach Produkten, die weitgehend unabhängig von den Finanzmärkten sind. „Immer mehr Anleger erkennen, dass geschlossene Fonds nicht mit den Aktien- und Rentenmärkten korrelieren“, sagt der Experte. Richtig eingesetzt könnten Beteiligungen die Gesamtrendite eines Portfolios bei gleichem Risiko erhöhen oder aber das Risiko bei gleicher Renditeerwartung verringern, so Klein. Außerdem fallen geschlossene Fonds nicht unter die Abgeltungssteuer.

Im Idealfall bringt eine solche Beteiligung dem Privatanleger eine attraktive Rendite ein. Anders als offene Investmentfonds, die eine unbegrenzte Menge Geld einsammeln und dieses breit streuen, legen geschlossene Fonds eine Summe fest, die für die Umsetzung eines Projektes nötig ist. Sobald dieser Betrag zusammen ist, wird der Fonds geschlossen und niemand kann mehr Anteile kaufen. Der Anleger wird mit einer Mindestanlage von häufig 5.000 oder 10.000 Euro zum Mitunternehmer und ist somit an den Gewinnen beteiligt. Bricht der Fonds jedoch zusammen, ist das eingesetzte Geld verloren.

Bei der diesjährigen Internationalen Anlegermesse IAM, die vom 5. bis zum 7. September 2008 in Düsseldorf stattfindet, informieren Anbieter geschlossener Fonds ausführlich über ihre Produkte. Delta Vermögensmanagement präsentiert beispielsweise ein Online-Finanzkaufhaus, über das Anleger unter anderem geschlossene Fonds kaufen können. „Wichtig ist es, bei der Produktauswahl darauf zu achten, dass es sich um einen etablierten und erfahrenen Anbieter handelt“, rät Klein. Immer wieder komme es vor, dass sich Fonds nicht so positiv entwickelten wie vom Emittenten versprochen. „Es gibt leider im Segment der geschlossenen Fonds immer noch genügend schwarze Schafe“, sagt Klein.

Geschlossene Fonds zählen zum „grauen Kapitalmarkt“, denn sie sind kaum staatlich reguliert. Die Initiatoren müssen lediglich die Emissionsprospekte von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf formale Kriterien hin abklopfen lassen. BaFin-Sprecher Ben Fischer erklärt: „Die BaFin prüft, ob der Prospekt die gesetzlich geforderten Mindestangaben enthält. Sie überprüft jedoch weder die Seriösität des Emittenten, noch kontrolliert sie das Produkt.“ Anders als einige Anbieter in der Werbung behaupten, kommt der BaFin-Check keineswegs einem Gütesiegel nahe. Die Aufsichtsbehörde wird anlässlich der IAM über die genauen Aufgaben und Befugnisse informieren. Fischer erwartet viel Interesse: „Es kommen immer wieder sehr viele Nachfragen zu dem Thema Prospektprüfung.“

Was Anleger häufig übersehen: Anteilszeichner können nur schwer vorzeitig aus geschlossenen Fonds aussteigen. Anders als bei Aktien-, Renten-, Geldmarkt- und offenen Immobilienfonds sind die Anteile nicht an der Börse handelbar und die Laufzeit beträgt meist zehn bis 15 Jahre. Experten warnen deshalb davor, das gesamte Kapital in Beteiligungen zu investieren. „Als Faustregel gilt: Rund 20 Prozent des Vermögens sollten maximal in geschlossenen Fonds stecken“, sagt Beatrix Boutonnet vom Brancheninformationsdienst fondstelegramm.

„Da viele Konstrukte sehr kompliziert sind, empfiehlt es sich, bei der Produktsuche einen Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen und einen längeren Blick in die Leistungsbilanz des Initiators zu werfen“, rät Fondsexpertin Boutonnet. Darin zeige sich, was der Anbieter in der Vergangenheit versprochen und gehalten habe. „Das ist natürlich keine Gewähr für die Zukunft, aber zumindest ein ganz guter Anhaltspunkt.“

Ihr Kontakt zu den im Artikel zitierten Ansprechpartnern:

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Pressereferentin
Anja Engelland
Tel: 0228 - 4108 3304
E-Mail: anja.engelland@bafin.de
Delta Vermögensmanagement
Rolf Klein
Tel: 02151 - 313148
E-Mail: rklein@delta-online.de
fondstelegramm
Beatrix Boutonnet
Tel: 030 - 400068 18
E-Mail:beatrix.boutonnet@loipfinger.de


Ihr Kontakt:
Pressereferat IAM 2008

Monika Kissing / Anne Klaus
Tel: +49(0)211-4560 543/465
Fax: +49(0)211-4560 8548
email: kissingm@messe-duesseldorf.de
email: klausa@messe-duesseldorf.de

 

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