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Schwellenländer auf dem Sprung

Aktuelles aus der Branche

Schwellenländer auf dem Sprung

Der aktuelle Rohstoffboom befeuert das Wachstum vieler Emerging Markets. Einige könnten in Zukunft sogar die heutigen Weltwirtschaftsmächte überholen.

Der jüngste Neuerwerb des Staatsfonds „Investment Council“ aus Abu Dhabi ist ein New Yorker Wahrzeichen: das Chrysler Building. Der Wolkenkratzer ist nicht die erste Investition aus dem Emirat in der amerikanischen Metropole – auch Anteile am General Motors Building sowie eine Beteiligung an der Citigroup landeten in den vergangenen Monaten im arabischen Einkaufskorb.

Die Scheichtümer machen neben milliardenschweren Prestige-Projekten in der Heimat auch als internationale Investoren von sich Reden. Deutlicher kann der rasante Aufschwung, den der hohe Ölpreis der aufstrebenden Region beschert, wohl kaum verdeutlicht werden. Auch in vielen anderen Emerging Markets ist Rohstoffreichtum einer der Hauptfaktoren für oftmals zweistellige Wachstumsraten. Zum Vergleich: Etablierte Industrieländer bringen es auf rund zwei bis drei Prozent Wachstum im Jahr – in der aktuellen Lage oft sogar weniger. Auch die Tatsache, dass sich die aufstrebenden Länder von einem niedrigen Ausgangsniveau aus entwickeln, begünstigt das Wachstum. Die Aussicht auf hohe Renditechancen lockt auch Privatanleger an: Rund 58 Prozent der Nutzer des Finanzportals Onvista haben bereits Emerging-Markets-Fonds im Depot, ergab eine Umfrage.

„Dass China in 25 Jahren das größte Bruttoinlandsprodukt weltweit erwirtschaften wird, und auch Indien und Brasilien zu starken Wirtschaftsmächten aufsteigen, ist völlig klar“, sagt Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. In die Liste der 500 umsatzstärksten Konzerne der Welt sind mittlerweile auch einige aus Schwellenländern vorgerückt: Mit 29 Unternehmen aus China, sieben aus Indien und jeweils fünf aus Russland und Brasilien schafften es die klassischen Emerging Markets, die BRIC-Staaten, ins aktuelle Ranking. Sie zählen noch immer zu den stabilsten Schwellenländern, sagt Andreas Kotula, Zertifikate-Experte bei der Société Générale, die zum wiederholten Male an der IAM teilnimmt: „Von dieser Vierergruppe zeigen Indien und China derzeit die besten Aussichten. Grund sind unter anderem die Investitionsquoten.“ Diese betrage in China rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), in Indien 30 Prozent. Hohe Investitionsquoten sorgen für einen raschen Ausbau der Infrastruktur und Unternehmenswachstum. „Eine weitere Chance liegt in der Steigerung der Produktivität“, so Kotula weiter. Für China sagt die Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) im laufenden Jahr ein Wachstum um zehn Prozent voraus, in 2009 um 9,8 Prozent.

„Dubai und Katar sind bei Anlegern derzeit sehr beliebt. Kein Wunder: Die dortigen Aktienindizes haben dieses Jahr teilweise bereits über 22 Prozent zulegen können“, ist die Erfahrung von Nicolai Tietze, Derivate Experte bei Deutsche Bank X-Markets, der mit rund zehn Kollegen bei der diesjährigen Internationalen Anlegermesse IAM Anlegern Rede und Antwort stehen wird. „Großes Kundeninteresse besteht außerdem nach wie vor an Vietnam, obwohl der vietnamesische Leitindex in diesem Jahr bereits um rund 60 Prozent gefallen ist.“ Auch der chinesische Schanghai-Index ist 45 Prozent in die Tiefe gerauscht, der indische Sensex um circa 30 Prozent.

Emerging Markets: Nicht alles auf eine Karte setzen
„Es kann immer wieder zu starken Kursrutschen in Emerging Markets kommen“, warnt Cabras von der DSW. „Je heißer ein Modethema, desto größer ist die Gefahr von Rückschlägen.“ Häufig mangelt es in aufstrebenden Ländern an der Infrastruktur. Tietze von Deutsche Bank X-Markets ergänzt: „Natürlich muss der Anleger im Hinterkopf haben, dass die Indizes in Schwellenländern stark schwanken. Solche Investments sind geeignet für jemanden, der langfristig an das Wachstum in einem Land glaubt.“

Gerade Privatanleger können die Märkte in Schwellenländern nur schwer einschätzen, da Informationen über Unternehmen und Rahmenbedingungen kaum erhältlich sind. „Deshalb sind Investments in Schwellenländer nur als Beimischung im Depot geeignet, und auch als solche eher etwas für spekulative Anleger“, rät Cabras. „Niemand sollte sein gesamtes Vermögen in aufstrebende Länder investieren.“ Der Experte der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz erwartet viele Anlegerfragen zu den Emerging Markets anlässlich der IAM vom 5. bis 7. September 2008 in Düsseldorf. Zur Messe können sich Privatanleger auch die einzelnen Anlagemöglichkeiten sowie deren Investmentansatz von Profis erklären lassen.

Keinesfalls sollte der „normale“ Anleger Einzelwerte aus den Wachstumsmärkten kaufen, so Cabras. „Besser geeignet sind Produkte, die auf einen Länderindex oder einen Ländergruppen-Index setzen oder ihn nachbilden. Das können Indexzertifikate oder Indexfonds sein.“ Ein solcher Index beinhaltet bereits die besten Aktien eines Landes, das Investment ist also von vornherein breit aufgestellt und das Risiko somit geringer.

Wer besonders defensiv eingestellt ist und sich die Auswahl der Basiswerte nicht zutraut, für den könnten Investmentfonds passen, die im Unterschied zu Indexfonds aktiv verwaltet werden. Ein Profi – der Fondsmanager – wählt dann die Aktien aus. „Ein weiterer Vorteil: Die Fondsbranche ist transparent und gut reguliert. Allerdings sollten die Anleger auf die Gebührenstruktur achten“, erklärt Cabras.

Ihr Kontakt zu den im Artikel zitierten Ansprechpartnern:

Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz
Marco Cabras
Tel: 0211 - 6697 61
E-Mail: marco.cabras@dsw-info.de
Deutsche Bank
Pressestelle
Christian Streckert
Tel: 069 - 910 38079
E-Mail: christian.streckert@db.com
Société Générale
Andreas Kotula
Tel: 069 - 7174 373
E-Mail:andreas.kotula@sgcib.com
Recherche volkswirtschaftlicher Daten und Prognosen bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft: www.bfai.de
Im Menü „Datenbankrecherche” wählen, als Freitext „Wirtschaftsdaten” eingeben und ein Land wählen.



Ihr Kontakt:
Pressereferat IAM 2008

Monika Kissing / Anne Klaus
Tel: +49(0)211-4560 543/465
Fax: +49(0)211-4560 8548
email: kissingm@messe-duesseldorf.de
email: klausa@messe-duesseldorf.de

 

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